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    Vibe Coding

    Software ist kein Burggraben mehr

    7. Oktober 20266 Min. Lesezeit
    Software ist kein Burggraben mehr

    Software wird zu einem deutlich schwächeren Burggraben. Jahrelang war gute Software einer der am schwersten kopierbaren Wettbewerbsvorteile. KI-Coding-Tools ändern das schneller, als vielen Unternehmen bewusst ist.

    Build vs. Buy war lange eine einfache Entscheidung

    Lange Zeit fiel die Entscheidung zwischen Selbstbauen und Einkaufen klar zugunsten des Einkaufs aus. Ernsthafte Software zu entwickeln bedeutete große Teams, Spezialwissen, lange Abstimmungszyklen und viel Management-Aufwand. Selbst wenn man genau wusste, was man wollte, konnte die Umsetzung Monate dauern.

    KI-Coding-Tools haben diese Rechnung grundlegend verändert.

    Nahezu unbegrenzte Entwicklungskapazität

    Unternehmen haben heute Zugriff auf nahezu unbegrenzte Kapazität und technisches Know-how für die Softwareentwicklung. Man kann Claude auf ein Paper, ein neues Produkt oder ein Tool ansetzen, die nützlichen Techniken, Features und Ideen herausarbeiten lassen und klären, wie sie sich in die eigenen Produkte integrieren lassen.

    Arbeit, die früher Tage an Analyse, Planung und Abstimmung erforderte, passiert heute in Minuten.

    Differenzierung wird leichter kopierbar

    Damit verändert sich auch der Wert von Software-Differenzierung. Bringt ein Wettbewerber ein interessantes Feature heraus, ist es heute viel einfacher zu verstehen, wie es funktioniert, und etwas Ähnliches zu bauen. Die Hürde, Software-Ideen nachzubauen, bricht zusammen.

    Wohin wandert also der Burggraben?

    Der Burggraben wandert zum Betrieb von Software

    Wenn die Kosten für das Schreiben von Code gegen null gehen, produzieren Unternehmen viel mehr davon: mehr Services, mehr Automatisierungen, mehr Integrationen, mehr interne Tools, mehr Abhängigkeiten und mehr Wege durch das System.

    Jemand muss all das trotzdem zuverlässig betreiben. Und das ist nicht nur eine Infrastrukturfrage. Es braucht:

    • Engineering-Disziplin und gute Prozesse
    • Solide Security-Praktiken
    • Observability, um zu wissen, was wirklich passiert
    • Sorgfältiges Change Management
    • Vor allem ein tiefes Verständnis dafür, wie Systeme ausfallen

    Der teure Teil von Software verlagert sich vom Produzieren von Code hin zur Verantwortung dafür, was dieser Code in Produktion tut.

    Betriebsdisziplin lässt sich nicht prompten

    Diese Art von Disziplin lässt sich kaum mit einem Prompt erzeugen. Sie entsteht in starken Technikkulturen, die über Jahre gelernt haben, echte Systeme zu bauen, auszurollen, zu betreiben und wiederherzustellen.

    Daraus ergibt sich eine interessante Umkehrung: Wer schon vor den KI-Coding-Tools gut darin war, individuelle Software zu bauen und zu betreiben, ist heute möglicherweise in einer ungewöhnlich starken Position.

    Was das für Wolkk. bedeutet

    Genau hier liegt unser Fokus. Unsere Entwickler nutzen KI, um schneller zu bauen, doch unser eigentlicher Wert liegt in dem, was nach dem ersten Release kommt: Software betreiben, überwachen, absichern und weiterentwickeln, damit sie lange nach der Demo noch funktioniert.

    Die Fähigkeit zu bauen ist im Überfluss vorhanden. Die Fähigkeit, das Gebaute zu betreiben, nicht.